Cookies gehören seit Jahrzehnten zum Internet. Sie merken sich, wer wir sind, was wir in den Warenkorb gelegt haben, und welche Seiten wir besucht haben. Für viele Unternehmen sind sie die Grundlage, um ihre Website zu optimieren oder gezielt Werbung zu schalten. Doch die Zeiten ändern sich: Datenschutz, DSGVO und ein wachsendes Bewusstsein für Privatsphäre führen dazu, dass immer mehr Browser Third-Party-Cookies blockieren. Damit beginnt eine neue Ära: das cookieless Tracking. Aber was bedeutet das konkret? Kann eine Website ohne Cookies überhaupt funktionieren? Und wie können Unternehmen trotzdem verstehen, was auf ihrer Seite passiert? Wir zeigen dir, worauf du achten musst!
Was sind Cookies eigentlich?
Cookies sind kleine Textdateien, die beim Besuch einer Website auf dem Gerät der Nutzerin oder des Nutzers gespeichert werden. Manche sind unverzichtbar, das heißt, sie sorgen dafür, dass ein Login funktioniert oder ein Warenkorb bestehen bleibt. Andere Cookies, vor allem die sogenannten Third-Party-Cookies, stammen von externen Anbietern wie Google, Meta oder Werbenetzwerken. Sie verfolgen das Verhalten der User über verschiedene Websites hinweg, um personalisierte Werbung zu ermöglichen. Das Problem dabei: Die wenigsten Menschen wissen, wer ihre Daten bekommt und was damit geschieht. Genau hier setzt der Trend zur cookielosen Website an.
First- und Third-Party-Daten – was steckt dahinter?
Der Unterschied zwischen First- und Third-Party-Daten ist zentral, um das Thema cookieless tracking und die Zukunft des Online Marketings zu verstehen. In einer Zeit, in der third party cookies und andere Drittanbieter Cookies schrittweise abgeschafft werden, rückt die Frage in den Vordergrund, wie Unternehmen auch ohne klassische Trackingmethoden wertvolle Nutzerdaten erheben und analysieren können im Einklang mit der DSGVO und den geltenden Datenschutzregeln.
First Party Cookies entstehen, wenn ein User direkt mit einer Website oder App interagiert, sei es beim Besuch einer Seite, bei einem Kaufvorgang, einer Anmeldung über die E-Mail-Adresse oder beim Speichern von Präferenzen. Diese Art von Tracking gilt als besonders datenschutzfreundlich, weil die personenbezogenen Daten direkt vom Nutzer:innen stammen und für einen klar definierten Zweck verarbeitet werden. Die Einwilligung erfolgt meist transparent und freiwillig, oft über eine einfache Datenschutzerklärung, die dem User genau erklärt, wie die Informationen genutzt werden.
Third Party Cookies stammen im Gegensatz dazu von externen Organisationen oder Anbietern, die Daten über viele Websites hinweg sammeln, um personalisierte Werbung und detaillierte Trackingmethoden zu ermöglichen. Diese Praxis war lange ein zentraler Bestandteil der Werbebranche und des Affiliate Marketings, führt jedoch zunehmend zu Konflikten mit Datenschutzbehörden, da sie häufig personenbezogene Daten ohne klare Nutzereinwilligung verarbeitet. Zudem blockieren moderne Browser wie Safari oder Firefox inzwischen standardmäßig solche Werbe Cookies, und auch Google plant das Ende der Third-Party-Cookies in Chrome.
Der Unterschied zwischen diesen beiden Datenquellen hat weitreichende Folgen für Marketer und Webseitenbetreiber. Während Third Party-Lösungen den Verlust von Kontrolle und Transparenz bedeuten, ermöglichen First Party Cookies und cookieless tracking Methoden mehr Schutz für die Privatsphäre der Nutzer:innen. Sie ermöglichen den Unternehmen, Daten auf ihren eigenen Servern zu speichern, ohne sie an externe Tools oder Plattformen weiterzugeben. Moderne Technologien wie Server Side Tracking oder anonyme Datenpakete bieten hier eine sichere und rechtlich saubere Lösung.
Ein Beispiel: Wenn eine Kundin auf einer Website ein Produkt in den Warenkorb legt, werden diese Informationen als First Party Data gespeichert und können genutzt werden, um den Bestellprozess zu vereinfachen oder Produktempfehlungen zu geben. Solche Funktionen sind nicht nur nützlich, sondern auch im Einklang mit dem Datenschutzrecht, da sie auf einer freiwilligen Einwilligung beruhen. Im Gegensatz dazu ist das klassische Tracking über Third Party Cookies zunehmend problematisch. Es erlaubt zwar ein breites Profiling und eine tiefe Personalisierung, doch die mangelnde Kontrolle über die Verarbeitung der Daten, mögliche Sanktionen und das Risiko der Rechtsverletzung machen diese Trackingmethode zu einem Auslaufmodell. Auch die Einwilligungspflicht und die oft störenden Cookie-Banner haben viele User sensibilisiert und die Akzeptanz für datenintensive Werbung gesenkt.
Deshalb richtet sich der Blick in das cookieless Tracking: In dieser neuen Version des Internets setzen Unternehmen, Marketer und Webseitenbetreiber auf Alternativen, die ohne invasive Tracking Cookies auskommen. Ziel ist eine verantwortungsvolle, transparente Datennutzung, die Vertrauen schafft und den wachsenden Ansprüchen an Datenschutz und Rechtslage gerecht wird. Cookieless Tracking und neue Trackingmethoden ermöglichen es, Kampagnen effektiv zu messen, ohne dabei gegen das Recht oder die Privatsphäre der Nutzer:innen zu verstoßen. So entsteht ein Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichem Interesse, technologischem Fortschritt und ethischer Verantwortung.
Was „cookieless tracking“ wirklich bedeutet
Eine cookielose Website verzichtet ganz oder teilweise auf diese Datenspeicher. Das bedeutet: Es werden keine Third-Party-Cookies mehr gesetzt, und wo möglich, werden auch First-Party-Cookies auf ein Minimum reduziert. Externe Inhalte wie Karten, Fonts oder eingebettete Videos werden lokal eingebunden, damit keine Daten an Drittanbieter fließen.
Dass das funktioniert, zeigen einige spannende Praxisbeispiele:
- explore! unser eigenes Projekt mit cookieless Tracking. Eine genauere Beschreibung findest du weiter unten.
- CentralStationCRM: ihre Seite wird komplett ohne Cookies betrieben; inklusive Tracking und Kontaktformularen.
- Earlybird: Eine Agentur, die bewiesen hat, dass eine moderne Website auch ohne externe Inhalte und Cookies problemlos läuft.
DSGVO liebt das cookieless tracking
Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist einer der Hauptgründe, warum cookieless Websites an Bedeutung gewonnen haben. Seit ihrem Inkrafttreten im Jahr 2018 gilt sie in der gesamten EU und legt fest, wie personenbezogene Daten verarbeitet werden dürfen und unter welchen Bedingungen Nutzer:innen dem zustimmen müssen. Vor allem die sogenannten Third-Party-Cookies stehen dabei im Mittelpunkt. Sie ermöglichen es externen Anbietern, Nutzungsverhalten über verschiedene Websites hinweg zu verfolgen; also Profiling zu betreiben. Für diese Art der Datenverarbeitung ist laut DSGVO eine informierte, aktive Einwilligung erforderlich.
Funktioniert eine Website ohne Cookies überhaupt?
Ja, sie funktioniert, aber anders. Ohne Cookies verliert man einige Komfortfunktionen, zum Beispiel automatische Logins oder personalisierte Produktempfehlungen. Auch die Art, wie man Website-Daten sammelt, ändert sich: Anstelle von individuellen Nutzerdaten werden anonymisierte und aggregierte Informationen ausgewertet. Das bedeutet, man erfährt nicht mehr, wer genau die Seite besucht hat, sondern wie viele Menschen bestimmte Seiten nutzen oder welche Inhalte besonders gut ankommen. Unternehmen können diesen Nachteil aber durch andere Formen der Datenerhebung ausgleichen.
Ein echtes Beispiel dafür, dass Performance Marketing auch ohne Cookies funktionieren kann, zeigt Matomo, eine Open-Source-Webanalyseplattform, die vollständig cookieless Tracking unterstützt. Anstatt auf ein komplexes Cookie-Consent-Banner zu setzen, ermöglicht Matomo ein Tracking, das ohne personenbezogene Daten auskommt. Die Analysen basieren ausschließlich auf anonymisierten First-Party-Daten und serverseitigen Messungen. Das bedeutet: Keine Third-Party-Cookies, keine Weitergabe an externe Anbieter und keine Pflicht zur Nutzereinwilligung, weil keine sensiblen Daten auf den Geräten der User gespeichert werden. Unternehmen, die Matomo einsetzen, profitieren doppelt: Sie bleiben DSGVO-konform und vermeiden rechtliche Risiken, während sie gleichzeitig aussagekräftige Insights über ihre Website-Performance erhalten.
Cookieless Tracking – so funktioniert es
Natürlich wollen Unternehmen weiterhin wissen, ob ihre Website erfolgreich ist. Die gute Nachricht: Das geht auch ohne Cookies. Beim cookieless Tracking werden Nutzerdaten nicht über den Browser, sondern über den Server gesammelt. Beim sogenannten Server-Side-Tracking laufen alle Daten über die eigene Infrastruktur des Unternehmens. Dadurch bleiben sie unter Kontrolle und werden nicht automatisch an Dritte weitergegeben. Moderne Tools wie Matomo bieten Möglichkeiten zur Anonymisierung und Aggregation von Daten. Gemeinsam mit der Forschungsinitiative eXplore! haben wir bei datenwerk diese Prinzipien in der Praxis umgesetzt. Die Website von eXplore! wurde auf Basis der cookieless Tracking-Anleitungen von Matomo vollständig ohne Cookies realisiert. Das bedeutet: kein Einsatz von Third-Party-Cookies, keine Speicherung personenbezogener Daten auf den Geräten der Nutzer*innen und keine Pflicht zur Nutzereinwilligung. Durch serverseitige Messungen werden die Website-Daten DSGVO-konform und anonym erfasst. Ganz im Sinne einer transparenten, datenschutzfreundlichen digitalen Kommunikation.
Das Projekt zeigt, wie sich mit den richtigen technischen Schritten und Tools eine moderne, performante Website gestalten lässt, die analytisch aussagekräftig, rechtlich sicher und cookieless ist und damit ein Beispiel dafür, wie die cookieless future schon heute umgesetzt werden kann.
Cookieless Tracking: Weniger Verfolgung, mehr Vertrauen durch Transparenz
Cookieless Websites sind mehr als nur ein technischer Trend. Sie sind Ausdruck eines Bewusstseinswandels. Menschen wollen wissen, was mit ihren Daten passiert, und sie schätzen Unternehmen, die transparent und verantwortungsvoll damit umgehen. Am Ende steht beim Einsatz von cookielosen Websites nicht der Verlust von Daten, sondern der Gewinn von Transparenz und Vertrauen. Wer sich heute mit den richtigen Lösungen, Tools und Strategien auf diese Veränderungen einstellt, wird in Zukunft nicht weniger, sondern besser verstehen, wie Menschen mit ihrer Website interagieren.
Wer heute in Datenschutz und klare Kommunikation investiert, gewinnt langfristig das Vertrauen seiner Kundschaft und das ist wertvoller als jedes Cookie-Profil. Die cookielose Zukunft bedeutet also nicht, auf Daten zu verzichten. Sie bedeutet, bessere und ehrlichere Daten zu nutzen und ein Internet zu gestalten, das Privatsphäre respektiert.
Du willst mehr über das Thema cookieless Tracking erfahren, oder planst selber eine cookielose Website, bei der du Unterstützung brauchst? Dann melde dich gerne bei uns und unsere Expert:innen helfen dir gerne weiter! Ganz ohne Kekse ;)